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Balkonkraftwerk Einspeisevergütung 2026 — Bekomme ich Geld für eingespeisten Strom?

Wird überschüssiger Strom vom Balkonkraftwerk vergütet? Alles zur Einspeisevergütung, warum Balkonkraftwerke normalerweise keinen Tarif bekommen und welche Alternativen es gibt.

Veröffentlicht: 26.05.2026

Eine der häufigsten Fragen vor dem Kauf: „Bekomme ich Geld, wenn mein Balkonkraftwerk mehr produziert als ich gerade verbrauche?" Die kurze Antwort lautet: Nein — nicht automatisch und nicht für Standard-Balkonkraftwerke. Aber es gibt Nuancen und Alternativen, die es sich lohnt zu kennen.

Warum gibt es keine Einspeisevergütung für Balkonkraftwerke?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die Vergütung für eingespeisten Solarstrom. Für eine Einspeisevergütung gelten folgende Voraussetzungen:

  • Die Anlage muss beim Netzbetreiber als einspeisende Anlage angemeldet werden
  • Es muss ein Zweirichtungszähler vorhanden sein, der Einspeisung separat misst
  • Die Anlage muss technisch für die Einspeisung ausgelegt sein

Balkonkraftwerke werden in der Anmeldung als „Anlagen zur Eigenversorgung ohne Einspeiseabsicht" registriert. Das bedeutet: Der Strom soll im eigenen Haushalt genutzt werden. Überschüssiger Strom fließt zwar physikalisch ins Netz, aber ohne Messgerät und ohne Tarif gibt es keine Vergütung.

Hinzu kommt: Der Ertrag eines typischen 800-Wp-Balkonkraftwerks ist so gering, dass eine Einspeisevergütung (aktuell ca. 7–8 ct/kWh) den bürokratischen Aufwand für Netzbetreiber und Nutzer nicht rechtfertigen würde.

Was passiert mit nicht verbrauchtem Strom?

Strom, den du nicht selbst nutzt, fließt kostenlos ins öffentliche Netz — ohne Gegenleistung. Du bekommst weder eine Gutschrift noch eine Vergütung.

Das klingt nach einem Nachteil, ist in der Praxis aber kaum relevant:

  • Ein typischer Haushalt verbraucht auch mittags Strom (Kühlschrank, Router, TV, Stand-by)
  • Die Eigenverbrauchsquote liegt bei gut dimensionierten Anlagen bei 70–90 %
  • Der Wert des selbstverbrauchten Stroms (32–40 ct/kWh eingesparter Bezugspreis) ist 4–5× höher als eine Einspeisevergütung (7–8 ct/kWh)

Selbstverbrauch ist immer profitabler als Einspeisung — das ist der entscheidende Punkt.

Vergleich: Selbstverbrauch vs. Einspeisevergütung

SzenarioWertJahresertrag 800 WpJahresersparnis
100 % Eigenverbrauch37 ct/kWh680 kWhca. 252 €
50 % EV + 50 % Einspeisung37 / 8 ct680 kWhca. 153 €
100 % Einspeisung (nur Vergütung)8 ct/kWh680 kWhca. 54 €

Strompreis: 37 ct/kWh (BDEW 2026), Einspeisevergütung: 8 ct/kWh (EEG 2024)

Der Unterschied ist enorm: 100 % Eigenverbrauch bringt fast das Fünffache einer reinen Einspeisestrategie. Das macht den fehlenden Einspeisevergütungstarif zur Nebensache.

Gibt es Ausnahmen? Wann gibt es doch eine Vergütung?

Theoretisch ist eine EEG-Vergütung möglich, wenn:

  1. Du eine größere PV-Anlage mit Balkonkraftwerk kombinierst und diese als eine Anlage anmeldest
  2. Du einen Zweirichtungszähler eingebaut hast und deine Anlage als „einspeisend" anmeldest
  3. Dein Netzbetreiber einen separaten Einspeisezähler nachgerüstet hat

In der Praxis wählen das sehr wenige Balkonkraftwerk-Besitzer, weil:

  • Die Einspeisevergütung so niedrig ist, dass der Mehraufwand nicht lohnt
  • Netzbetreiber für Anlagen unter 1 kWp selten aktiv werden
  • Der Selbstverbrauch-Vorteil die Einspeisung bei weitem übertrifft

Was ist mit dynamischen Tarifen?

Eine neuere Alternative: Stromanbieter wie Tibber, aWATTar oder Octopus Energy bieten dynamische Stromtarife mit stündlich wechselnden Preisen. In manchen Stunden liegt der Preis bei 5–10 ct/kWh (Überangebot aus Wind/Solar im Netz), in anderen bei 30–50 ct/kWh.

Mit einem smarten Wechselrichter und Home-Assistant-Integration kannst du deinen Balkonkraftwerk-Strom gezielt dann verbrauchen, wenn der Netzstrom teuer ist — und Netzstrom dann kaufen, wenn er billig ist.

Das ist kein Vergütungsmodell, aber eine kluge Nutzungsstrategie, die den Wert jeder selbst erzeugten Kilowattstunde maximiert. Mehr dazu in unserem Dynamische Tarife Rechner.

Fazit: Keine Vergütung — aber das ist kein Problem

Balkonkraftwerke haben keine Einspeisevergütung, weil sie als Eigenverbrauchsgeräte konzipiert sind. Der fehlende Tarif ist aber kein Nachteil: Selbstverbrauchter Strom ist 4–5× mehr wert als eingespeister Strom. Die Strategie lautet also nicht „möglichst viel einspeisen", sondern „möglichst viel selbst verbrauchen".

Tipps dazu: Eigenverbrauch erhöhen — 8 Tipps
Zum Speicher für maximalen Eigenverbrauch: Balkonkraftwerk mit Speicher

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